Kultur für alle?! Wen erreicht Kultur?… und wen nicht?

Kultur für alle! In den vergangenen Jahren ist Diversität in Kulturinstitutionen eines der zentralen Themen, zunehmend suchen Kulturinstitutionen aktiv nach anderen Methoden und Wegen, um ein diverseres Publikum anzusprechen und zu beteiligen. Gelingt das?

In diesem Vortrag wird ein Blick auf das Publikum von Museen und Theatern geworfen. Wie divers sind die (Hoch-) Kulturinstitutionen in Deutschland wirklich? Bildet das Publikum die Diversität der Gesellschaft ab? Wie steht es um herkunftsbezogene, wie um soziale Diversität?

Dazu werfen wir einen Blick auf die demographische Zusammensetzung der Besucher*innen verschiedener Einrichtungen / Genre - wer wird von den Kulturangeboten erreicht? Der Vergleich mit dem Durchschnitt der Bevölkerung liefert Antworten auf die Fragestellung.

Der zweite Teil des Vortrags betrachtet die Frage der mangelnden Diversität in Kultureinrichtungen aus postmigrantischer Perspektive. Dabei wird der Blick auf das Zusammenwirken verschiedener Ausschluss- und Diskriminierungsmechanismen in Kulturinstitutionen gerichtet, die die mangelnde Diversität des Publikums mit bedingen. Anschließend werden Ansatzpunkte und Best Practice Beispiele für inklusivere (Kommunikations-) Konzepte und diversitätsorientierte Entwicklung von Kulturinstitutionen vorgestellt.


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Astrid Kurzeja ist Mitgründerin von markt.forschung.kultur und seit dem Jahr 2000 in der Besucher*innen- und Nichtbesucher*innenforschung für Kultureinrichtungen tätig. Bis heute hat sie zahlreiche Erhebungen für unterschiedlichste Kulturinstitutionen und Festivals – von Poetry on the Road über Jazzahead! bis zu den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen – konzipiert, durchgeführt und ausgewertet. markt.forschung.kultur beschäftigt sich mit der Evaluation von Kultureinrichtungen, kulturellen Veranstaltungen, Events und touristischen Regionen; Besucher*innenforschung, Nichtbesucher*innenforschung und der Abschätzung von regionalwirtschaftlichen Effekten. Das Institut führte in den letzten 20 Jahren deutschlandweit ca. 100 Studien in der Besucher*innen- und Nichtbesucher*innenforschung durch und verfügt über einen eigenen Datenpool mit ca. 100.000 Befragungen von Kulturnutzer*innen aus den Bereichen Museum, Theater und Konzert mit Informationen zu Demografie, Interessen und Besuchsmotiven.

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Nasiha Ahyoud hat neuere deutsche Literaturgeschichte, Politikwissenschaften und Soziologie studiert. Anschließend arbeitete sie als Journalistin und war zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Politik und bei verschiedenen diversitätsorientierten und diskriminierungskritischen Organisationen. Momentan leitet sie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des postmigrantischen Netzwerks neuen deutschen organisationen.