Genreübergreifende Bildungsprojekte

Kunst bewegt – eine Community-Dance-Initiative der Kunsthalle Bremen und DE LooPERS dance2gether

Bereits seit einigen Jahren wird die Verbindung von Kunst und Musik, Theater, Literatur oder Tanz erfolgreich in der Kunsthalle Bremen praktiziert – sowohl in der kulturellen Kinder- und Jugendbildung wie auch in Veranstaltungen und Vermittlungsangeboten für Erwachsene.

So finden neben den zahlreichen rein museumspädagogisch orientierten Formaten auch Schulprojekte, Ferienkurse, Wochenendworkshops oder Abendveranstaltungen statt, in denen die Kunsthalle mit den Bremer Philharmonikern, dem Theater Bremen, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen oder der Shakespeare Company sowie mit unabhängigen Ensembles zusammenarbeitet.

Genreübergreifende Projekte sind aber nicht nur ein wirksames Instrument zur nachhaltigen Vermittlung von Wissen und zum Sammeln von unterschiedlichen kulturellen und sozialen Erfahrungen. Aufgrund ihrer Öffentlichkeitswirksamkeit und ihrer zielgruppenerweiternden Bedeutung werden auch positive Effekte für das Marketing und die Pressearbeit des Museums und seiner jeweiligen Kooperationspartner evident.

Das modellhafte Beispiel der nunmehr dreijährigen Zusammenarbeit mit der Bremer Community-Dance-Kompagnie DE LooPERS dance2gether zeigt diese Wirkung in besonders anschaulicher Weise: DE LooPERS dance2gether kreiert professionelle Tanztheaterstücke für ein junges Publikum und Tanztheaterproduktionen mit jungen Menschen mit dem Ziel, auf künstlerische Ebene junge Menschen als Zuschauer und als Tänzer in Berührung mit dem Tanzen zu bringen. Mittlerweile wurden vier unterschiedlich geartete Projekte realisiert, in denen über 200 Kinder und Jugendliche gemeinsam mit erwachsenen Laientänzern unter professioneller tänzerischer wie museumspädagogischer Anleitung die persönlichkeitsfördernde Verbindung von Bild, Bewegung und Klang erleben konnten. In die Tanzprojekte werden bewusst Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten wie aus sozial gesicherten Umfeldern gleichermaßen einbezogen. So lernen sie, mögliche Vorurteile zu überwinden und sich untereinander mit unvoreingenommenerer Haltung zu begegnen.

Im Rahmen der gemeinsamen Tanzprojekte, die unter dem Motto Kunst bewegt umgesetzt wurden, haben die Teilnehmenden anspruchsvolle Choreografien entwickelt, die von den Bildwelten von Künstlern wie Edvard Munch, Pablo Picasso oder Friedensreich Hundertwasser inspiriert waren. Höhepunkt dieser Auseinandersetzungen sind die öffentlichen Aufführungen an unterschiedlichen Orten – darunter zweimal der ausverkaufte Große Saal im Theater am Goetheplatz. Im Laufe der Zusammenarbeit hat sich ein Netzwerk von vielen Projektpartnern entwickelt, das vom SK-Projektkontor koordiniert wird.

Vita

Wilfried van Poppel, Utrecht , Niederlande, Jg. 1958
Bereits während seines Studiums der sozialen Kulturarbeit und allgemeine Kunsterziehung arbeitete Wilfried mit professionellen  Bewegungstheaterproduktionen. Seit 1979 arbeitete er mit mehreren Bewegungstheater - und Tanz  Companien und an Projekten in Holland, Deutschland und den USA. Im Jahr 1986 erhielt er ein Stipendium von dem niederländischen Kulturministerium für weitere Studien des Modernen Tanzes und der Komposition an der Dance Center of Columbia College in Chicago.
Ende der achtziger Jahre konzentrierte sich seine Arbeit auf die Geschichte des europäi-schen expressionistischen Tanzes.
1993 wurde er während des Welttanzkongresses in San Franzisco, USA, "für hervorra-gende Präsentation und bemerkenswerten Beitrag für das Überleben und die Erhaltung der Kunst des Tanzes" geehrt.
Für ein erweitertes Studium des europäischen modernen Tanzes erhielt er ein weiteres Stipendium des niederländischen Ministerium für Kultur und studierte am Laban Centre in London und an der Folkwang Hochschule in Essen.
Von 1994 bis 2000 arbeitete Wilfried mit der Choreographin Susanne Linke, zuerst mit Company Susanne Linke und von 1995 mit dem Tanztheater Bremen, Deutschland. Ab dem Jahr 2000 fokussierte er sich mit seiner Arbeit auf Tanzproduktionen für ein junges Publikum und mit der Jugend. Im Jahr 2003 gründete er das  " DE LooPERS - Tanzthea-ter".
Seine Produktionen stellte er in Holland, Deutschland, Italien, Spanien, den USA , Polen und Irland vor. Er unterrichtet(e) in Holland, Deutschland, Italien, Polen, der Schweiz , Mexiko , Südkorea , Spanien und Palästina .
Ab 2005 spezialisierte er sich auch in dem Bereich Community Dance und arbeitete als Assistent mit dem Choreographen Royston Maldoom.
Wilfried hat die künstlerische Leitung von vielen Schultanzprojekten, in denen er innerhalb einer Woche mit einer großen Zahl von Jugendlichen eine Choreographie kreiert.  Seit 2011 ist DE LooPERS-dance2gether Kooperationspartner der Kunsthalle Bremen.


Hartwig Dingfelder, Kunsthistoriker M.A., geboren 1972 in Schwäbisch-Hall und aufge-wachsen in Tübingen, studierte an der Humboldt Universität zu Berlin und an der Georg-August-Universität Göttingen.
Zunächst als wissenschaftlicher Volontär und später als Projektleiter im Museumspäda-gogischen Dienst Berlin (heute Kulturprojekte Berlin) realisierte Hartwig Dingfelder zahl-reiche Projekte im Rahmen der kulturellen Jugend- und Erwachsenenbildung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war dabei die Entwicklung von barrierefreien Vermittlungskon-zepten und von museumspädagogischen Formaten mit Peergroup-Moderatoren. Seine Einsatzorte waren Ausstellungen im Martin-Gropius-Bau, in der Berlinischen Galerie und in der Akademie der Künste sowie die Topografie des Terrors und das Denkmal für die ermordeten Juden Europas.
Seit 2004 ist Hartwig Dingfelder Leiter der Abteilung Bildung und Vermittlung in der Kunsthalle Bremen. Dort baute er von Beginn seiner Tätigkeit an das museumspädagogische Angebot aus Führungen, Workshops, Kursen und begleitenden Medien sowie das Veranstaltungsprogramm des Hauses insbesondere nach Gesichtspunkten der Zielgrup-penspezifizierung und Öffentlichkeitswirksamkeit aus. Der Aufbau von Kooperationen mit verschiedenartigen Kultur-, Sozial- und Bildungsinstitutionen stellte hierfür eine wichtige Voraussetzung dar: So arbeitet die Kunsthalle Bremen, neben den bereits Genannten, heute regelmäßig mit so unterschiedlichen Partnern wie der AWO Bremen, dem Institut français, der VHS Bremen, dem Mädchenhaus Bremen oder dem Landesinstitut für Schule zusammen. Aus diesen Kooperationen gehen wiederkehrend innovative und preiswürdige Projekte hervor, z.B. "Making Memories. Kunstbetrachtungen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen" (BKM Preis Kulturelle Bildung 2009), "Ess Kunst" (Land der Ideen / Ideen für die Bildungsrepublik 2011) oder "Picasso meets the Streets" (VGH Förderpreis Museumspädagogik 2013).
Hartwig Dingfelder lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Bremen.


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Lily Dubbers-Albrecht
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